Lesung am 24.3. in Zürich-Segeten verschoben.

Ein Rezensent unter dem Pseudonym „Castorp“ schreibt auf der Plattform Lovelybooks über „Verdammt, verbannt“:

„Der Roman «Verdammt, verbannt» von Kurt Studer trägt den Untertitel «Perren-Schlegel-Saga, Band I». Dies impliziert, dass wir es mit einer Fortsetzungsgeschichte zu tun haben. In diesem ersten Band wird nun die Geschichte der Familien Perren (in Sion) und Schlegel (in Flums) erzählt, die familiäre Situation der Perrens, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, das Einrücken des jungen Johann Schlegel, seine Arbeitslosigkeit nach dem Dienst, seine neue Arbeitsstelle im Wallis als Küfer, wo aufgrund des zunehmenden Weinexports grosse Mengen an Fässern produziert werden müssen, die abenteuerliche Reise ins Wallis, wo er schliesslich mit der zweiten Protagonistin, der deutlich älteren Luise Perren zusammentrifft. Luises Familie versucht nach Kräften, die sich anbahnende Beziehung zwischen Luise und Johann zu verhindern und – als sich eine Schwangerschaft einstellt – Luise «aus dem Weg zu räumen», um Schmach und Schande für die Familie zu vermeiden, wenn man von der Schwangerschaft erfährt. Noch längere Zeit glaubt Johann an seinen Traum einer Familie mit Luise, aber es gibt neue Komplikationen und das unglückliche Ende scheint unausweichlich.
Der Roman wartet mit einer ganzen Palette an Figuren auf, die sich aber nie ins Unübersichtliche verlieren. Die Protagonisten, aber auch die Nebenfiguren sind liebevoll und deutlich gezeichnet. Man sieht sie förmlich vor sich, etwa Johann mit seinem lustigen gezwirbelten Schnurrbart, und fiebert mit den Protagonisten mit, wenn die Emotionen hochkochen. Auch die historischen Umstände und die damalige Mentalität sind sehr instruktiv dargestellt, reichhaltig, aber nicht ausufernd. Der Autor hat alles sorgfältig recherchiert und kennt seinen Stoff.
Studer pflegt nicht einen «modernen» Erzählstil, sondern einen klassischen, der der Zeit im Roman angemessen ist. Dabei gelingt es ihm, seine Geschichte glaubhaft aus der Perspektive der Figuren zu erzählen. Die gelegentlich auftretenden humoristischen Elemente verhindern, dass die Schreibe allzu trocken wird. Sprachlich ist er elegant und gepflegt, manchmal etwas blumig (etwa in den Landschafts- und Wetterbeschreibungen), manchmal direkter (in den Dialogen), doch immer angenehm zu lesen.
Nun kann man sich zum Schluss noch fragen, was Studer nach dem erschütternden Ende des ersten Bandes im zweiten überhaupt noch bringen kann. Ich bin jedenfalls gespannt! Insgesamt eine Lektüre, die mir dank ihrer Authentizität und des souveränen Schreibstils ausserordentlich gefallen hat.“


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